Auszeichnung der Vertiefungsarbei von Eva Mahler 2012

Beitrag von: am Jul 10, 2012 | Keine Kommentare

Eva Mahler hat mit ihrer Diplomarbeit „Paradoxien im Lehrberuf“ den Vorstand des Vereins phsh überzeugt. Sie wurde mit 300 Fr. ausgezeichnet.

Laudatio von Herbert Bühl

Der Verein phsh ist der Förderverein für unsere Pädagogische Hochschule. Er wurde vor einem Jahr gegründet. Und zwar deshalb, weil immer wieder politische Kräfte versuchen, die PH Schaffhausen abzuschaffen, dabei wäre dies fatal für die Region Schaffhausen. Eine eigene Ausbildungsstätte bringt junge Lehrpersonen hervor,  die einen Bezug zum Lebensraum Schaffhausen haben. Zudem wird an der PH Schaffhausen, wie wir wahrnehmen, eine ausgezeichnete und engagierte Arbeit geleistet.

 Widersprüche gibt es nicht nur in der Politik, auch im Lehrerberuf. Damit hat sich Eva Mahler in ihrer Vertiefungsarbeit befasst, die der Verein phsh heute würdigen und auszeichnen möchte. Lehrerinnen und Lehrer sind in ihrer täglichen Arbeit mit einer Vielzahl von paradoxen Situationen konfrontiert:

 Welcher normale Mensch stellt Fragen, deren Antworten er schon kennt? Das machen nur Lehrer.

 Lernen ist ein individueller Prozess. Das Ziel der individuellen Förderung der Kinder und Jugendlichen steht damit im Widerspruch zum Unterricht im Klassenverband.

 Und: Das Anliegen, junge Menschen zu fördern, ist gegensätzlich zur Selektionsaufgabe, welche die Schule ebenso wahrnehmen muss.

 Eva Mahler ist in ihren Praktika auf diese und weitere Paradoxien aufmerksam geworden und hat bemerkt, dass die Widersprüche nicht aufgelöst werden können, dass man mit ihnen einen bewussten und wohl auch entspannten Umgang entwickeln muss, um im Lehrerberuf qualitätsvolle und bezogene Arbeit leisten zu können.

 Sie zitiert Samuel Beckett: „Ever tried. Ever failed. No matter. Try again. Fail again. Fail better.“

 Der Vorstand des Vereins phsh zeichnet diese Arbeit aus, weil sie sich in eindrücklicher Weise mit den Dissonanzen des Lehrerberufs auseinandersetzt, deren erfolgreiche Reflexion Einfluss darauf hat, ob eine Lehrkraft in ihrem Beruf langfristig Erfüllung finden kann. Wir finden es wunderbar, dass sich eine Studentin zu Beginn ihrer Berufszeit einer der wohl wesentlichen Qualitätsfragen des Lehrerseins widmet.

 Eva Mahler, ich gratuliere Ihnen herzlich,

Herbert Bühl, Präsident

Hinterlassen Sie eine Nachricht